Laienspielgruppe Laudenbach: "Der Wahlkrampf"
Montag, 24. März 2003
Laudenbacher Lustspiel mit
Lokalkolorit
Thema aus der Lokalpolitik bietet Gelegenheit, um Parallelen zu ziehen
LAUDENBACH
Dicke Luft im Rathaus -
mit vielen Seitenhieben
auf örtliche Verhältnisse
stellt die Laienspielgruppe
Laudenbach in diesem
Jahr in dem Stück "Der
Wahlk(r)ampf" die Leiden
eines Bürgermeisters vor,
der wiedergewählt werden
will - oder auch nicht!
VON GÜNTER ROTH
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Jedenfalls steht die Wahl vor der Tür. Bürgermeister Haberkorn (Erich Stumpf) soll, wenn es nach dem Willen seiner
Frau Elise (Eva Maselli) geht, wieder kandidieren. Unterstützt wird er sogar von Thomas (Marc Sigmund),
dem Sohn des Gegenkandidaten Johannes Tölpel (Matthias Frädrich), auch wenn hier durchaus private Motive mitspielen.
Aber der politische Gegner schläft nicht, sondern findet starke Unterstützung bei dem Unternehmer Mühlbauer
(Joachim Maselli), der einen Schlachtplan entwickelt.
Plötzlich geben merkwürdige Veränderungen im Verhalten des Bürgermeisters seiner Familie und den Wählern Rätsel
auf und lassen an seinem Verstand zweifeln. Ob es unter diesen Umständen zur einer Wiederwahl reicht?
Doch letztendlich startet Haberkorn einen Befreiungsschlag und führt damit ein überraschendes Ende herbei.
Die Laudenbacher Laienspielgruppe zeigt viel Engagement und Freude am Theaterspielen. Zwar brauchen die Akteure
die erste Viertelstunde, um in die Gänge zu kommen, doch dann legen sie richtig befreit los.
Allen voran Erich Stumpf in seiner Doppelrolle, wobei ihm der Penner Lampe offensichtlich etwas besser liegt.
Überzeugend bringt Eva Maselli die ewig unter Dampf stehende Bürgermeisterin. Auch Marion Langhirt gefällt in
ihrer Natürlichkeit als Tochter des Bürgermeisters.
Mit dem Fortgang des Stücks gewinnt auch Marc Sigmund an Sicherheit und Ausdruckskraft,
ebenso wie das "fiese, schmierige" Duo Joachim Maselli und Matthias Frädrich.
Burschikos und temperamentvoll gibt sich Nadine Mees in bestem heimischen Dialekt:
"Vadder, du bist kei bissle diblomadisch!"
Ein Glanzlicht von Anfang an jedoch ist die herrlich dusslige, schwerhörige Bürgermeistersekretärin
Marliese Stumpf mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, selbst wenn sie dabei schamlos übertreibt.
Aber auch die Dorftraschn Lydia Pfrenzinger zeigt tolles Temperament und sorgt für viele Lacher im Publikum.
Edgar Brühler erinnert in seiner unsicher-granteligen Art ein kleines bisschen an Hans Moser.
Die Theatergruppe baut unter der Regie von Karl-Heinz Stumpf in ihr Lustspiel bewusst lokale Bezüge ein.
So heißt der Bürgermeister nicht zufällig Karl-Heinz oder Kalle. Da ist auch von einem unterbeschäftigten
Kulturreferenten die Rede und Neuigkeiten aus dem Dorf erfährt man "bei der Fuchse-Gertrud ihrm Lade".
Das Publikum ging begeistert mit, spendete viel Szenenapplaus und verzieh auch gern kleine Versprecher und Hänger,
über die das Ensemble aber auch meist locker und gewitzt hinwegging.
Das Stück "Der Wahlk(r)ampf" im Laudenbacher Rathaussaal ist noch zu sehen am kommenden Freitag und Samstag
um 19:30 Uhr sowie am Sonntag um 15:30 Uhr.
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Quelle: MAIN-POST, Ausgabe vom Montag, 24.03.2003
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