Laienspielgruppe Laudenbach: "Familienkrach im Doppelhaus"

Montag, 20. März 2000


"Familienkrach im Doppelhaus" enthält manche Details aus Laudenbachs Dorfgeschichten
Mancher findet sich selbst wieder

LAUDENBACH

Voll den Geschmack
des Publikums trafen
die Laienspieler von
Laudenbach mit ihrem
neuesten Theaterstück.



VON COLETTE TRÖSTER
großes Bild: 68 KB

Schönes Wetter, nette Nachbarn, bequeme Gartenstühle - es könnte alles so gemütlich sein bei den Wackers und den Rauschers. Doch eines Sonntags naht das Unheil: ein deftiger "Familienkrach im Doppelhaus". Die Laienspielgruppe Laudenbach präsentiert unter der Regie von Karl-Heinz Stumpf diesen Schwank von Dieter Adam.

Bis auf den letzten Platz besetzt ist der historische Rathaussaal in Laudenbach, als sich der Vorhang öffnet und das Stück beginnt. Die Nachbarn Heini und Hilde Rauscher, gespielt von Edgar Brühler und Eva Maselli, und Willi und Lore Wacker (Marliese Stumpf) sind schon lange miteinander befreundet, als plötzlich ein Problem auftaucht und den sonst so sorgenfreien Himmel bewölkt: Ihre Kinder Bernd Rauscher (Dominik Hübner) und Karin Wacker (Silke Mehling) wollen heiraten.

Als beide Ehepaare sich gegen eine Hochzeit der beiden aussprechen, kommt es zum großen Eklat. Die Auseinandersetzung ruft einen Konflikt hervor, demzufolge eine Mauer zwischen die beiden Grundstückshälften gebaut wird, da ein "Maschendrahtzaun" nicht mehr genügt.

Nun soll Tochter Karin schnellstens mit dem überaus vornehmen Baron von Eschersheim (Marc Sigmund) verlobt werden, der schon lange vergeblich um das Mädchen wirbt.

Der eigentliche Grund für den Zwist liegt in der Vergangenheit, denn wie sich herausstellt, ist Karin die Tochter von Lore Wacker und Heini Rauscher und Bernd der Sohn von Hilde Rauscher und Willi Wacker. Jeder der vier fürchtet nun, dass der Bruder die Schwester zur Frau nehmen will, weil keiner von dem anderen weiß, dass auch er untreu gewesen war.

Zum Glück kann der verzwickte Fall nach einigen turbulenten Auseinandersetzungen mit Hilfe des besorgten Onkel Emil (Jürgen Seeger), der geschwätzigen Frau Huber (Gabi Diel) und dem dienstlich beauftragten Polizisten Peter Wendt (Michael Langhirt) aufgeklärt werden.

Besonders Marc Sigmund überzeugte in der Rolle des überaus eitlen Barons, der sich durch seinen nasalen Akzent bei den eher bodenständigen Ehepaaren nicht unbedingt beliebt macht, aber für schreiend komische Zwischenfälle sorgt, als er im nächtlichen Garten ein jaulendes Ständchen bringt.

Ein gut eingespieltes Quartett geben auch die beiden Ehepaare ab, die immer glaubwürdig, aber nie ohne ein verstohlenes Zwinkern den Ehealltag gestalten und dabei mit der ein oder anderen Katastrophe zu rechnen haben.

Der Neuzugang Dominik Hübner integriert sich mit gekonntem fränkischen Dialekt und auch seine "Verlobte" Silke Mehling hält sich wacker.

Immer ernst muss Michael Langhirt als penibler Polizeihauptwachtmeister bleiben, da er sich ungewollt in die verrücktesten Situationen hineinkatapultiert, was ihm auch treffend gelingt.

Der Regisseur Karl-Heinz Stumpf verknüpft in dem Dreiakter wieder geschickt die turbulente Handlung mit lokalen Details und Brennpunkten, so dass mancher Zuschauer sich überraschend selbst im Stück wieder findet.

Lang anhaltender Beifall belohnte die gelungene Darbietung, die auch dieses Mal duch ein passendes Bühnenbild (Malergeschäft Seibl, Retzstadt) und treffsichere Maske (Helga Brühler) an Reitz gewinnt. Alle weiteren Aufführungen sind bereits ausverkauft.
Quelle: MAIN-POST, Ausgabe vom Montag, 20.03.2000



HOME   |   MENÜ  |  PRESSESPIEGEL