Laienspielgruppe Laudenbach: "Die fränkische Miss Marple"

Montag, 18. März 1996


Laientheater Laudenbach begeisterte mit "Die fränkische Miss Marple"
Plötzlich tauchen Dollarnoten und
eine Pistole aus der Tasche auf


LAUDENBACH

"Die fränkische
Miss Marple",
gespielt von der
Laienspielgruppe
Laudenbach.



VON WERNER NECKERMANN
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Schon mehrmals haben die Laudenbacher Laienspieler ihre Fans mit Komödien begeistert Nun wagten, sie sich an ein Kriminal-Lustspiel. Ins Fränkische umgesetzt wurde "Die bayerische Miß Marple" von Theo Solleder. Dabei kamen sowohl ortsspezifische als auch personenbezogene Besonderheiten in die Szenerie.

Im Stück bringt Oma Staudinger die Familie in große Aufregung, als sie bei der Heimfahrt in der Eüe im Zug die falsche Tasche ergreift. Statt ihrer Einkäufe und Ausweise tauchen Dollarbündel und eine Schußwaffe auf. Dazu Sonnenbrille und Perücke. Offensichtlich die Beute eines Bankraubs.

Unschlüssigkeit, ob man zur Polizei gehen oder das Geld behalten soll. Heftige Kontroversen und Verwicklungen sind die Folge. Durch das ganze Stück ziehen sich köstliehe Dialoge. Schließlich klärt sich, vor allem Dank der Initiative und der Courage der Oma, doch alles. Aber: Das muß man selbst gesehen und gehört haben.

Allein schon der Mimen-Stamm garantierte für Spaß und oft tiefsinnigen Humor. So glänzte Edgar Brümer in der Rolle des gerade arbeitslos gewordenen Alois Brunner mit Mutterwitz und spontanen Ideen. Als geplagte. Hausfrau Anna war Brigitte Langhirt stets auf der Höhe des Geschehens. Die Charakterrolle der Oma Staudinger war Mariiese Stumpf wie auf den Leib geschrieben. Ihre wechselnden Hüte und die oft altmodische Garderobe erzeugten Lachsalven. Gut debütierte Karl "Charly" (Martin Kilian) und bot im lochreichen "Punker-Outfit" wie im Alltagszivil eine passende Figur. Seme "heiße Braut" Susi (Julia Sandrock) war ihm angepaßt. In kleineren Rollen agierten Erich Stumpf als Kriminalkommissar Scharf. Ihm assistierte Gabi Diel mehr dienstbeflissen als brauchbar als Polizistin "Blümchen" in Uniform. Fast schon frivol im Ledermini Rosa Roth (Roswitha Wörrlein), die eine Halbweltdame und Erpresserin mimte. Schließlich in der Rolle des kleinen Gauners Jonny Süßbauer, dargestellt durch Horst Wittstadt.

Viel Szenenapplaus und langanhaltenden Schlußbeifall spendete das Publikum im voll besetzten Rathaussaal bei der Premiere. Organisator Friedrich Diel kündigte an, daß der Erlös einem guten Zweck zugehen wird. Die letzten Vorstellungen sind am Freitag und Samstag, jeweils um 19.30 Uhr. Karten können telefonisch unter (0 93 53) 46 22 bestellt werden.

Regie führte Karl-Heinz Stumpf, Charlotte Christelbauer soufflierte. Masken: Helga Brühler und Susanne Ittensohn. Vorhänge: Christian Bayer.
Quelle: MAIN-POST, Ausgabe vom Montag, 18.03.1996



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