Laienspielgruppe Laudenbach: "Bleib cool Mama"

Montag, 17. Dezember 1990


Laienspielgruppe Laudenbach landet mit Dreiakter Volltreffer
Fast so wie im richtigen Leben
Sabine krempelte Tscharlie um


LAUDENBACH

Mit dem heiteren Dreiakter
"Bleib cool, Mama", frei
nach Ulla Kling in Mundart
gesetzt und durch Lokal-
kolorit trefflich ergänzt,
landete die Laienspiel-
gruppe Laudenbach im
vollbesetzten Rathaussaal
wieder einen Volltreffer auf
Gemüt und Lachmuskeln
des dankbaren Publikums.



VON WERNER NECKERMANN
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Der Schwank spielt sich in der dezent dekorierten "guten Stube" der Bröselmeiers ab. Vater Max (Edgar Brühler) und Mutter Berta - (Brigitte Langhirt), arbeitsame Leute, sind unzufrieden mit ihrem Sohn Tscharlie (Erich Stumpf).

Der tritt im Gammler-Look (langhaarig, Sonnenbrille, bemalte Jeans) so richtig verwahrlost auf und wirft dazu noch mit Ausdrücken der Szene und Gosse um sich, findet dies alles noch "logisch" und hat keinen "Bock" auf sein Studium, das die Eltern mit Fleiß und Entbehrungen finanzieren.

Bimbo, der Freund von Tscharlie (Thomas Gütling ist fast ein Ebenbild des Sohns und hat Ingrid hat sich einer ähnlichen Philosophie Verschrieben: mit Kraftworten, Superlativen um sich werfen, aber dies Lotterleben ohne eigentliches Ziel "logo" zu finden.

Der Zusammenprall von gutmeinender Wunschrichtung der älteren Generation mit dem Sich-treiben-lassen der Jugend, alles in fränkischer Mundart, beinhaltet viel Konfliktstoff, ist aber "wie aus dem Leben" gegriffen.

Urkomisch, als Mathilde (Marliese Stumpf) die für ihr etwas doofes Töchterchen Tildchen (Evi Haas) unbedingt einen Mann sucht und dabei an Tscharlie denkt, auftritt und im breitesten Sächsisch, dabei garnicht mundfaul, ihre Offerten versteckt anbringt.

Vater Max, der mit Zigarre auf den Balkon "flieht", wenns allzusehr brenzlich wird, wirft zu guter Letzt Tscharlie hinaus, als dieser alles Mahnen, die Bitten um einen dezenteren Habitus, einfach in den Wind schlägt. Mama Berta weint bitterlich. Vorhang.

Sabine (Gabriele Diel), Schulfreundin von Tscharlie tröstet die Mutter, hilft ihr bei häuslichen Verrichtungen. Ihre Versuche, den fehlgeleiteten Sohn zu beeinflussen, fruchten zunächst nicht.

Semmlers, "Bienchens" Eltern (Josef und Rita Hartmann), treten auf den Plan und erschrecken zutiefst über das Erscheinungsbild von Tscharlie, der nur zurückkam, um seine Zahnbürste zu holen. Bimbo und Tildchen kommen hinzu und finden aneinander Gefallen.

Sie verbummeln eine Disco-Nacht, während "Biene" und Tschariie ins Theater gehen. Danach kommt Mathilde zornbebend, weil sie um Tildchen bangte, will diese nach Hause schleppen. Vergebens, sie hängt nun an Bimbo.

Der gute Einfluß von Biene bleibt bei Tscharlie, der sich ob seines Anzugs im Theater schämte, nicht ohne Wirkung. Er gesteht dem konsternierten Vater, daß er kein "Fachidiot" werden wolle, sondern einen Job als Schreiner annahm.

Viele Gags (ein "Mafia-Pfaankel", "ewiges Licht" der Deponie, "Fuchs Bröli") sind, wie auch andernorts, in die kritischen Phasen eingestreut, immer wieder Szenen-Applaus und Lachsalven die Folge.

Im Schlußakt gehts schließlich noch gut aus: Tscharlie kommt mit geschnittenen Haaren, normaler Kleidung und einer Rose zur Mama. Vater söhnt sich mit ihm aus und nennt ihn auch nicht mehr einen "Affen", er verlobt sich mit seiner glücklichen Sabine, auch Mathilde läßt Tildchen, die endlich einen ständigen Tanzpartner hat, ihren Willen, und alle sind glücklich. Happy-End.

Friedrich Diel führte mit kurzen Versen ins Stück ein, stellte die Darsteller vor und gab gute Wünsche auf den Heimweg: Er war auch Initiator und organisierte die dreimal wiederholten Aufführungen. Mundart-Überarbeitung und die meisten Gags stammen aus seiner Feder.

Für die gekonnte Maske war Helga Brühler zuständig. Karl-Heinz Stumpf soufflierte unauffällig und führte Regie. Das hochzufriedene Publikum erzwang mit Dauerapplaus mehrere Vorhänge.
Quelle: MAIN-POST, Ausgabe vom Montag, 17.12.1990



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