Laienspielgruppe Laudenbach: "Bloß keen Schnaps"
Dienstag, 09. Januar 1990
Viel Klamauk bei den Laudenbacher Theaterspielern
Der Opa spielt für
die Enkelin verrückt
LAUDENBACH
Auf außerordentliche Reso-
nanz stieß beim Lauden-
bacher Publikum die Auf-
führung des bäuerlichen
Lustspiels in drei Akten
"Bloß keen Schnaps" von
Heidi Hillreiner in der Mund-
art-Bearbeitung von Fried-
rich Diel. Viele Szenen
der Komödie wurden mit Lach-
salven quittiert, Beifalls-
stürme brandeten immer wieder
auf, und der Schluß-
applaus zwang zu einigen
"Vorhängen" aller Dar-
steller, die ihre Rollen aus-
gezeichnet verkörperten.
VON WERNER NECKERMANN
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Dabei war der Beginn des Stückes in der "guten Stube" des Moserhofes sowohl in der Bühnenausstattung als
den gewählten Kostümen bereits realistisch: Vroni, die resolute Bäuerin (Brigitte Langhirt), hatte Ihre
liebe Not mit dem an den Folgen allzugroßen Durstes leidenden Bauern Loisl (Erich Stumpf), der
in den hellen Tag hinein lampelte. Der pfiffige Großvater (Edgar Brühler) sorgte durch Eigenwilligkeit
und schlechtes Hören zudem noch für zusätzlichen Ärger und laufende Mißverständnisse hatte in der
Enkelin Evi (Gabriele Diel) aber eine heimliche Verbündete.
Als Loisl in der Zeitung entdeckt, daß seine Lottozahlen zu einem Sechser führten, ist Vroni erst skeptisch,
plant dann aber im Freudentaumel gleich für Evi eine "bessere Partie" als den seitherigen
Freund Flori (Thomas Gütling), der jetzt zum Leidwesen von Evi nicht mehr erwünscht ist. Vroni telefoniert mit
Gräfin von Thurgau (Rita Hartmann), die einen heiratsfähigen Sohn (Josef Hartmann) hat, ein baldiger Besuch
ist angesagt. Vroni läßt sich von der aufgeputzten Kosmetikerin Traudl (Marliese Stumpf) kostspielig für den
"hohen Besuch" präparieren.
Als dann "Grafens" Muttersöhnchen Gottlieb mit seinen 206 Zentimeter Größe, als Dandy herausgeputzt,
ebenso urkomisch wie die stolze Mama zum Frühstück hereinplatzen und die Gräfin Rosalie wegen ihres verschuldeten Besitzes
die Millionenheirat arrangieren will, kommt der listenreiche Opa der völlig aufgelösten Evi, die ja bei ihrem Flori
bleiben will, zu Hilfe.
Einmal "füttert" er seinen Drahtesel (Kinderfahrrad) mit Heu, dann platzt er im Taucheranzug dazwischen,
um seinen Kanarienvogel zu baden, legt sich eine Gesichtsmaske auf und Ähnliches.
Dann spitzt sich die Situation zu, als Loisl entdeckt, daß sein "Gewinn" ein Versehen war. Er will dem
Pfarrer (Friedrich Diel) "beichten". Aber der Grafensohn verliebt sich in die Kosmetikerin.
Evi darf schließlich ihren Flori haben, Gottlieb seine Traudl, auch die Gräfin hat ein Einsehen,
und einer Doppelhochzeit mit glücklichen Beteiligten steht nichts mehr im Wege.
Friedrich Diel führte Regie. Es soufflierte Karin Bayer, die Masken präparierte Helga Brühler. Wegen
der großen Nachfrage - alle drei Aufführungen waren ausgebucht - wird in einer Sondervorstellung
nochmals am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr, ebenfalls zugunsten der Bücherei, eine Aufführung stattfinden.
Telefonische Kartenbestellungen sind bei Friedrich Diel (Ruf 4428) möglich.
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Quelle: MAIN-POST, Ausgabe vom Dienstag, 09.01.1990
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